kairologoi – gegen die zeit

über das buch

einhundertzwölf kairologoi chronologisch angeordnet. der verzweiflung so treu wie dem zweifel. es bleiben fragezeichen. und ironie.

gedichte wie tagebucheinträge – momentaufnahmen. 

aus dem zeitfluss geborgen, um den augenblick zu sich kommen zu lassen. und zu uns.
zitate – aus dem wörterfluss geschöpft, um einen gedanken für sich zu stellen. nicht, um ihn zu ende zu denken, sondern, um ihn in den blick nehmen zu können, um zu bedenken, was an ihm noch immer unabgegolten bleibt.

und es bleibt zärtlichkeit den wörtern gegenüber. 
denn obwohl diese längst alle unschuld abgelegt haben, dürfen sie in den texten noch einmal neu beginnen.

antworten gibt es keine. trauer und wut, begehren und liebe und irritationen – ja, all das. aber nichts ist fertig. lyrik wie kieselsteine, die wir vor uns hinwerfen, um einen richtigen weg zu finden.

kairologoi – worte, die sich zum ausdruck bringen zu je ihrer zeit. darum ist das ordnungsprinzip in diesem band auch ein chronologisches.
so, wie sich der kairos als ein punkt nicht in, aber doch auf der zeitlinie festmachen lässt, ordnen sich die gedichte chronologisch an – nicht ein.

kairologoi – gegen die zeit erscheint im leipziger literaturverlag.